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 Betreff des Beitrags: Vögel am Futterhaus fotografieren
BeitragVerfasst: So 4. Jan 2009, 12:57 
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Vögel am Futterhaus fotografieren

Eine schöne Möglichkeit Vögel im Winter vor die Linse zu bekommen, ist das Futterhaus. Allerdings sind hier neben den fotografischen Belangen unbedingt auch die Belange der Tiere zu berücksichtigen. Deshalb setzte ich sie auch an den Anfang.

Das Futter sollte zu den Vogelarten passen. HIER findest du genaueres.

Regeln für die Fütterung:

    1. Der Futterplatz muß penibel sauber gehalten werden. Das unter einem großen Dach eines Standard-Futterhauses gegen Regen und Schnee geschützte Futter verschmutzt immer mehr (Kot!) und zieht sogar Feuchtigkeit (nasses Gefieder!), ist aber im Halbdunkel des Häuschens schlecht sichtbar und kann aufgrund der seitlichen Abschlußleisten auch nicht herausgekehrt werden. Bald ist auch das Bodenbrett feucht und verkotet und eine regelrechte Brutstätte für Krankheitskeime. Herkömmliche Häuschen müssen also unbedingt mit einer abwaschbaren Folie oder einer Lage Papier betrieben werden, die täglich zu reinigen bzw. auszutauschen ist.

    Deshalb sind Futtersilos, bei denen die Vögel nicht durchs Futter laufen können vorzuziehen.

    Das Futter unbedingt vor Schnee, Regen und Kot schützen: Infektionsgefahr!

    2. Wer füttert übernimmt auch eine Verantwortung. Bei anhaltend extremer Witterung ohne Pause (!) weiterfüttern! Vögel gewöhnen sich schnell an eine Futterstelle und verlassen sich auf sie. Wer leicht vergesslich ist oder vielleicht für ein Wochenende z. B. in den Wintersport fährt, sollte mit der Fütterung gar nicht erst anfangen oder sich auf einen großen Futterspender beschränken.

    3. Keine großen Mengen auf einmal, sondern besser kleinere Mengen mindestens zweimal täglich füttern: frühmorgens (Spätaufsteher am Abend zuvor) und am Nachmittag, eine Stunde vor der Dämmerung. Auf diese Weise gleichen die Vögel morgens ihren Energieverlust wieder aus und bereiten sich rechtzeitig vor Sonnenuntergang auf die lange Winternacht vor. Futterautomaten halten ihren Inhalt natürlich länger vorrätig, sind aber regelmäßig zu kontrollieren!

    4. GANZ WICHTIG! Auf keinen Fall über den März hinaus in die Brutsaison hineinfüttern: Die Jungen der meisten Singvogelarten benötigen jetzt tierisches Eiweiß, die Altvögel müssen ihre Nahrungssuche also rechtzeitig auf Insekten und Spinnen umstellen.


Der Futterplatz

    Der Futterplatz gehört an eine windgeschütze Stelle des Gartens und sollte so katzensicher wie möglich sein. Gleichzeitig sollte er von einem Fenster her einsehbar sein. Schließlich wollen wir ja fotografieren.

    Ein Gebüsch oder Baum nahe des Futterplatzes, der für uns gut einsehbar ist, wird die besten Meisenfotos bringen, da Meisen sich ein Körnchen holen und dann im Schutze der Zweige das Körnchen aufpicken. Zur Not kann man auch etwas Geäst an passender Stelle in den Boden stecken.

    Meisenknödel und -Ringe eignen sich auch gut, da die Vögel eine Weile brauchen sich ihr Futter zu "erarbeiten."

    Spatzen werfen gerne das Futter in der Gegend umher und picken es dann auf. Für Spatzenfotos ist also ein guter Blick auf den Boden rund ums Haus nötig.

    Seltenere Vögel wir z.B. Kleiber werden zu den "Glücksschüssen" gehören, da sie nach meiner Erfahrung auch beim richtigen Futter scheu und vorsichtig sind. Sie holen sich ihren Teil aber bleiben nicht lange auf einem Fleck, so das man nicht groß Zeit zum Einstellen der Kamera hat.

Auch mit Etagenwohnung gehts. Ich hatte mal eine Wohnung im ersten Stock einer 3stöckigen Wohnanlage am Rande eines Industriegebietes. Der Balkon hatte eine "tolle Aussicht" auf den Garagenhof, der rundherum mit Gebäuden der Anlage umbaut war.- Betonwüste eben.
Ich habe mit Kabelbindern zwei große Birkenäste ans Geländer befestigt und dazwischen einen Futtersilo angebracht. Binnen weniger Tage war richtig Betrieb auf dem Balkon. Allerdings kam vier Wochen später Post von der Hausverwaltung, ich hätte die Baumpflanzungen auf dem Balkon zu entfernen. Ich habe das dann Mitte März auch gemacht. ;) Eine Absprache mit den direkten Nachbarn ist trotzdem angesagt, da deren Balkone reichlich Dreck abbekommen.



Die Fototechnik
    Lange und längste Brennweiten bringen die besten Ergebnisse. Ich benutze normalerweise ein 500er Zoomobjektiv, habe aber auch mit meinem Sigma 70-300 1:4-5,6 gute Ergebnisse erzielt. Eine lange Festbrennweite (800er oder mehr) wäre mein Traum..

Harte Fotografen bauen ein Tarnzelt im Fütterungsbereich auf. Ich selbst fotografiere durchs geschlossene Fenster. Dabei beachten:

    Natürlich sollte das Fenster sauber sein.
    Heizung abdrehen, damit die Luft nicht flimmert.
    Nur bei schönstem Wetter wird man einen Polfilter gegen die Spiegelung benutzen können. Daher Fensterbank freiräumen. Die Blumentöpfe spiegeln sich im Fenster.
    Kein künstliches Licht im Zimmer!
    Stativ so dicht wie möglich an die Scheibe stellen. Den Standort der geringsten Spiegelung wählen.

Einstellungen:
    Bildstabilisator ausschalten.
    Belichtungsmessung: Spot
    Autofocus: Wenn möglich auch Spot oder besser aus.
    Lichtempfindlichkeit: So hoch wie ohne großes Rauschen möglich.
    Blende: leicht abgeblendet
    Belichtungszeit: 1/125 oder kürzer

An diesen Werten ist auch das Hauptproblem erkennbar. Das Winterlicht ist meisten zu trübe um kurz zu Belichten und trotzdem die lange Brennweite noch abzublenden. Es sind also immer Kompromisse nötig.
Daher wird man kaum um eine Bearbeitung herumkommen. Ich belichte lieber etwas unter, als das ich Überstrahlungen habe.

Folgende Bearbeitung ist bei mir normal:

Bildauschnitt, Tonwertkorrektur, Kontrast anheben, Schatten aufhellen, entrauschen.


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